Digitale Gesellschaft Für eine offene, freie und nachhaltige digitale Gesellschaft 2019-03-23T18:40:24Z https://www.digitale-gesellschaft.ch/feed/atom/ WordPress Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Demonstration gegen Urheberrechtsreform in Zürich]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13324 2019-03-23T18:39:37Z 2019-03-23T18:37:42Z

Auch in Zürich haben an diesem Samstag über tausend Personen gegen die Urheberrechtsreform in der EU und der Schweiz demonstriert. Im Zentrum der Kritik stand das Leistungsschutzrecht. Dieses wird bereits am kommenden Donnerstag – nach der Zurückweisung im Ständerat – wieder in der zuständigen Kommission beraten.

In ganz Europa sind an diesem Samstag zehntausende Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen geplante Urheberrechtsrevisionen zugunsten einer kleinen Gruppe von Nutzniessenden zu demonstrieren. Auch in Zürich haben mehr als tausend Aktivistinnen und Aktivisten der bewilligten Demonstration gegen Leistungsschutzrecht, Link-Steuer, Lichtbildschutz und die Upload-Filter teilgenommen. Die Kundgebung wurde von der Piratenpartei Schweiz, der Digitalen Gesellschaft und der Allianz für ein faires Urheberrecht organisiert. Denn auch in der Schweiz wird derzeit das Urheberrecht angepasst, und die Pläne der zuständigen Kommission des Ständerates gehen teilweise noch weiter als die EU-Vorschläge.

Diese äusserst umstrittene geplante EU-Richtlinie, die auch zum kürzlichen Shutdown der deutschsprachigen Wikipedia geführt hat, wird auch auf die Schweiz einen grossen Einfluss haben. Denn sollte diese im EU-Parlament – voraussichtlich nächste Woche – angenommen werden, dann werden die Befürworter einer weiteren Verschärfung der Schweizer Gesetzgebung nicht müde werden, eine Angleichung an die EU zu fordern.

Die vielen Rednerinnen und Redner an der, an den Demonstrations-Umzug anschliessenden, Kundegebung auf dem Helvetiaplatz, haben denn auch immer wieder darauf hingewiesen, dass wir auch in der Schweiz gegen Leistungsschutzrechte, Upload-Filter und Lichtbildschutz kämpfen müssen. Es sind gerade auch Musiker, Grafikerinnen und Video-Produzenten denen diese Refomvorschläge die Arbeit erschweren werde und eben nicht, wie von den Unterhaltungs- und Medienkonzernen behauptet, eine finanzielle Hilfe für sie darstellen wird.

Auch aus demokratiepolitischer Sicht sind die Massnahmen kritisiert worden, weil eine sinnvolle öffentliche Debatte über das Zeitgeschehen durch diese Instrumente massiv eingeschränkt werden wird. Mit einem klaren Auftrag an die Parlamentarier in der EU und in der Schweiz, ein faires Urheberrecht ohne Leistgungsschutzrechte, Link-Steuer, Lichtbildschutz und Upload-Filter zu schaffen, wurde die friedliche Kundgebung am späten Nachmittag beendet.


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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Newsletter zu Netzneutralität, Leistungsschutzrecht, Big Brother Awards & Winterkongress]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13306 2019-03-20T06:18:18Z 2019-03-20T06:16:39Z «Update» Newsletter der Digitalen Gesellschaft

Das «Update» ist der monatliche Newsletter der Digitalen Gesellschaft.

Die Themen der Märzausgabe sind:

  • Schweiz erhält gesetzlich festgeschriebene Netzneutralität
  • Leistungsschutzrecht: Ständerat weist zurück, Demo am 23. März
  • Big Brother Awards Schweiz: Jetzt Datenkraken nominieren
  • Winterkongress 2019

Schweiz erhält gesetzlich festgeschriebene Netzneutralität

Seit über fünf Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Netzneutralität. Nun konnte das Parlament in der Frühlingssession entgegen dem Willen des Bundesrats (und der Zugangsprovider) davon überzeugt werden, dass eine reine Transparenzpflicht nicht ausreicht. Im Fernmeldegesetz heisst es nun neu unter dem Titel «Offenes Internet»:

«Die Anbieterinnen von Zugang zum Internet übertragen Informationen, ohne dabei zwischen Sendern, Empfängern, Inhalten, Diensten, Diensteklassen, Protokollen, Anwendungen, Programmen oder Endgeräten technisch oder wirtschaftlich zu unterscheiden.»

Auch wenn das Gesetz im Detail (den nachfolgenden Ausnahmen) hätte noch strikter sein können, so erhält die Schweiz dennoch eine klar festgeschriebene Netzneutralität: Die Regulierung ist auch strenger als in der EU, so wird Zero-Rating (wirtschaftliche Diskriminierung) klar unzulässig sein. Über diesen Erfolg freuen wir uns sehr.

Leistungsschutzrecht: Ständerat weist zurück, Demo am 23. März

Im Februar liess die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates eine Bombe platzen: Anlässlich der Beratungen zur Urheberrechtsrevision sah sie sich nicht mehr an den «Kompromiss» der AGUR12 gebunden und beschloss ein Leistungsschutzrecht und eine dazugehörige Vergütungspflicht, die noch über die EU-Regelungen hinausgehen.

Innerhalb von zwei Wochen hat sich eine Allianz für ein faires Urheberrecht in der Schweiz gebildet. Gemeinsam haben wir dazu aufgerufen, die StänderätInnen zu kontaktieren und am #NoSharingDay keine Links zu journalistischen Inhalten zu teilen. Die Kampagne verfehlte ihre Wirkung nicht: Das Geschäft wurde vom Ständerat vorerst an die Kommission zurückgewiesen.

Damit dies so bleibt, gehen wir am 23. März im Rahmen der europäischen #SaveYourInternet-Kampagne auch in der Schweiz auf die Strasse. Die bewilligte Demonstration findet am Samstag, 23. März 2019 in Zürich statt. Beginn ist um 13.30 Uhr am Helvetiaplatz. Kommt alle!

Big Brother Awards Schweiz: Jetzt Datenkraken nominieren

Die Big Brother Awards prämieren Datensünder in Wirtschaft und Politik und wurden deshalb von Le Monde «Oscars für Datenkraken» genannt. Seit 1989 wurden in bisher 19 Ländern fragwürdige Praktiken mit diesen Negativpreisen ausgezeichnet. In der Schweiz fanden die Big Brother Awards erstmals im Jahr 2000 und dann jährlich bis 2009 statt.

Nun lancieren wir nach 10 Jahren Pause gemeinsam mit dem CCC Schweiz, der p≡p Stiftung und dem Konsumentenschutz die Verleihung des Preises neu: Bis zum 15. April 2019 können Datenkraken nominiert werden. Die feierliche Verleihung findet am 29. August an der Universität Zürich statt.

Winterkongress 2019

Der Winterkongress war ein Erfolg und die Zusammenarbeit mit dem Zentrum Karl der Grosse wiederum äusserst angenehm. Vielen Dank an alle, die dies möglich gemacht haben!

Mittlerweile sind die allermeisten Präsentation im Programm verlinkt und die aufgenommenen Videos zu den Vorträgen, Workshops und der Performance online. Manuel Lopez hat zudem einige Fotos geschossen.

Als Datum für den nächsten Winterkongress wird der Samstag, 22. Februar 2020 gehandelt.

 

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(Bild: «Newsletter» – CC0 1.0)


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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[«Rette Dein Internet» am 23. März 2019 auch in Zürich]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13291 2019-03-23T18:40:06Z 2019-03-19T14:59:06Z
Bild: Allianz für ein faires Urheberrecht in der Schweiz

Am kommenden Samstag finden in ganz Europa Demonstrationen gegen das Leistungsschutzrecht und Upload-Filter statt. In der Schweiz konnte das entsprechende Gesetz durch öffentlichen Widerstand vorerst zurückgewiesen werden. Damit es ganz verhindert werden kann, gehen auch wir in Zürich am 23. März auf die Strasse.

Vor einer Woche hat der Ständerat die Vorlage zur Revision des Urheberrechts noch einmal zurück in die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur geschickt. Dies ist ein wichtiger Erfolg. Die Kommission wird jedoch bereits in der kommenden Woche die Debatte wieder aufnehmen. Wir werden unsere Argumente gegen Leistungsschutzrecht, Vergütungspflicht und Lichtbildschutz einbringen.

Auch innerhalb der EU wird ein Kampf für das Internet der Menschen und gegen ein Internet der Konzerne geführt. Auch in der EU sollen Leistungschutzrechte und Upload-Filter eingeführt werden, und auch in der EU formiert sich seit Beginn dieser Diskussion massiver Widerstand aus der Zivilbevölkerung.

So finden am kommenden Samstag, 23. März 2019 in vielen Städten in Europa Rette-Dein-Internet-Demos statt. Auch in der Schweiz rufen wir zur Demonstration in Zürch um 13:30 Uhr auf dem Helvetiaplatz auf (Facebook Event).

Es ist auch für uns sehr wichtig, dass die Vorschläge in der bevorstehenden Abstimmung im EU-Parlament abgelehnt werden, denn wir werden auch in der Schweiz unter dem, durch Upload-Filter und Leistungsschutzrecht zerstückelten Internet leiden. Kommt dazu, dass die Befürworter von Leistungsschuzrechten und Linksteuern die Vorlage aus der EU noch so gerne als Argument für eine solche Lösung in der Schweiz aufnehmen werden.

Die Versammlung beginnt um 13:30 Uhr auf dem Helvetiaplatz. Um 14:00 Uhr findet die Demonstration durch Zürich statt und ab 15:30 Uhr die Kundgebung wieder auf dem Helvetiaplatz.

(Wer ein Demo-Plakat basteln möchte, trifft sich bereits ab 11:30 Uhr gleich nebenan auf dem Kanzleiareal. Für Karton und Stifte – und gutes Wetter – wird gesorgt.)


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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Die Schweiz braucht eine vertrauenswürdige staatliche elektronische Identität]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13282 2019-03-19T06:45:09Z 2019-03-19T06:41:08Z
«passport» –
Martin Abegglen, CC BY-SA 2.0

Der Bundesrat will die elektronischen Ausweisdokumente privatisieren. Eine E-ID muss jedoch den Bürgerinnen und Bürger dienen. Das Recht auf Privatsphäre – gerade im Internet – muss gestärkt und darf nicht weiter ausgehöhlt werden. Der Vorschlag des Bundes nach privaten staatlichen E-IDs schiesst daher am Ziel vorbei. Am Mittwoch debattiert der Nationalrat das Geschäft.

Die aktuelle Frühlingssession in Bern hat es in sich. Neben der Netzneutralität und den Netzsperren im Fernmeldegesetz wurde überraschend über ein neues Leistungsschutzrecht im Urheberrecht debattiert. Dieses wurde nach öffentlichem Widerstand vom Ständerat zurück in die Kommission geschickt.

Am Mittwoch steht nun im Nationalrat die Debatte zum neuen Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (BGEID) an. Der Bedarf nach einer benutzbaren und vertrauenswürdigen elektronischen Identität (und Unterschrift) besteht. Wir benötigen jedoch keine E-ID, die primär eine E-Commerce-ID darstellt, sondern eine echte digitale Erweiterung von Ausländerausweis, ID und Pass. Die E-ID ist ein Pfeiler der digitalen Demokratie und wird auch für die Ausübung von Volksrechten zum Einsatz kommen.

Wie die Herausgabe der bereits bestehenden Ausweisdokumente muss auch diese öffentliche Aufgabe vom Staat wahrgenommen werden. Der Staat ist Garant für das nötige Vertrauen. Die Herstellung einer E-ID darf mittels Leistungsauftrag an Private übertragen werden – die Ausgabe  jedoch nicht, wie vorgesehen, komplett an Privatunternehmen delegiert werden.

Die Schweiz braucht eine vertrauenswürdige staatliche elektronische Identität. Eine Minderheit im Nationalrat verlangt genau dies.


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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Winterkongress 2019]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13261 2019-03-17T17:26:37Z 2019-03-17T17:24:59Z Bereits sind drei Wochen seit dem Winterkongress 2019 vergangen. Nun sind die allermeisten Präsentation im Programm verlinkt und die aufgenommenen Videos zu den Vorträgen, Workshops und der Performance online.

Manuel Lopez hat zudem einige Fotos geschossen:

Eröffnung von Christoph Laszlo und Arlette Graf
Keynote von Katharina Nocun
Hacker
PascalK zu sicherem DNS
Pascal Fouquet zu Uploadfilter
Performance mit line_code

Wir danken allen Vortragenden, den Teilnehmerinnen, den zahlreichen Helfern, dem Zentrum Karl der Grosse und dem Kulturhaus Helferei.

Als Datum für den nächsten Winterkongress wird der Samstag, 22. Februar 2020 gehandelt.


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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Gravierende Sicherheitslücke im E-Voting-System der Post]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13227 2019-03-14T23:48:25Z 2019-03-12T16:39:32Z

Heute morgen haben die drei SicherheitsforscherInnen Sarah Jamie Lewis, Olivier Pereira und Vanessa Teague zu einer gravierenden Sicherheitslücke im E-Voting-System der Post ein Paper (PDF) veröffentlicht. Umgehend haben die Schweizer Post und die Bundeskanzlei mit beschönigenden Erklärungen reagiert. Von JournalistInnen wurden uns verschiedene Fragen gestellt, die wir gerne dokumentieren möchten.

Wie gravierend ist die Lücke im E-Voting-System der Schweizer Post?

Die Sicherheitslücke ist äusserst gravierend. Sie bedeutet, dass man eine Abstimmung manipulieren könnte, ohne dass es bemerkt wird. Die sogenannte universelle Verifizierbarkeit ist nicht gegeben. Die Post könnte fälschlicherweise beweisen, dass die Abstimmung nicht manipuliert wurde, obwohl die Abstimmung eben doch manipuliert wurde.

Wieso kommt es zu so einem Fehler?

Einerseits ist das E-Voting-System von Scytl nicht auf Sicherheit ausgelegt. Das System entspricht nicht den Anforderungen für den Betrieb einer kritischen Infrastruktur. Dies zeigt sich u.a. im nur schwer verständlichen Source Code.

Andererseits haben offensichtlich die Audits versagt, unter anderem von KPMG. Die Ergebnisse werden bis jetzt geheim gehalten werden. Auch ansonsten fehlt es an Transparenz, zum Beispiel mit Blick auf die Zusammenarbeit zwischen der Post und Scytl.

Was ist von der Erklärung der Post zu halten?

Die Post verharmlost einmal mehr ein Sicherheitsproblem beim E-Voting. Genauso die Bundeskanzlei.

So wird auf den laufenden Intrusionstest verweisen. Dabei wurde die Sicherheitslücke gerade nicht im Rahmen des Intrusionstests entdeckt. Die Sicherheitslücke wurde im geleakten Quelltext entdeckt. Der Quellcode wurde, anders als erneut behauptet, gerade nicht offengelegt. Die Sicherheitsexpertin Sarah Jamie Lewis, welche die Sicherheitslücke entdeckt hat, beteiligt sich ausdrücklich nicht am Intrusionstest, weil sie – zu Recht – dessen Bedingungen ablehnt.

Weiter wird behauptet, das laufende E-Voting-System von Scytl sei nicht betroffen. Das liegt daran, dass die sogenannte universelle Verifizierbarkeit beim laufenden E-Voting-System gar nicht implementiert ist. Das bestehende E-Voting-System ist nochmals weniger sicher und vertrauenswürdig.

Im Übrigen sollte es nicht an Bundeskanzlei, der Post und Sctylt sein zu entscheiden, was überhaupt als Sicherheitslücke gilt und wie gravierend gefundene Sicherheitslücken sind. Geht es nach der Bundeskanzlei und der Post, kann es letztlich gar keine gravierenden Sicherheitslücken geben, denn ansonsten müsste das E-Voting-Projekt eingestellt werden. Dazu sind die Bundeskanzlei und die Post bislang anscheinend nicht bereit.

Was ist davon zu halten, dass die Sicherheitslücke laut Post bereits seit 2017 bekannt ist?

Allem Anschein nach versucht Scytl nicht einmal, ein sicheres und vertrauenswürdiges E-Voting-System zu entwickeln.

Werden noch weitere solche Schwachstellen bekannt?

Sicherheitsexpertin Sarah Jamie Lewis hat bereits online erwähnt, dass es noch weitere Sicherheitslücken gibt. Mit Blick darauf, dass das E-Voting-System von Scytl komplex und riesig ist, ohne auf Sicherheit ausgelegt zu sein, ist mit weiteren Sicherheitslücken zu rechnen.

Sind solche Schwachstellen «normal»?

Bei einem E-Voting-System, das – in noch weniger sicherer Form – bereits im Einsatz ist, gibt es keine Entschuldigung für solche Sicherheitslücken. Aus diesem Grund fordert die Digitale Gesellschaft einen Marschhalt beim E-Voting und unterstützt die Volksinitiative für ein E-Voting-Moratorium. Wir fordern, dass E-Voting per sofort gestoppt werden muss. Es soll erst wieder eingeführt werden, wenn die bewährten Anforderungen an die handschriftliche Stimmabgabe erfüllt sind. Dazu gehört unter anderem, dass sich die Stimmberechtigten ohne besondere Sachkenntnis davon überzeugen können, dass ein E-Voting-System sicher ist und ihr Vertrauen verdient.

(Vielen Dank an Martin Steiger)


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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Mitgliederversammlung und Diskussion zur Netzpolitik in der Schweiz]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13214 2019-03-11T11:29:39Z 2019-03-11T11:14:48Z

Am kommenden Donnerstag, 14. März 2019 findet im Polit-Forum Käfigturm in Bern unsere ordentliche Mitgliederversammlung statt:

  • 19:15 Uhr: Mitgliederversammlung
  • 20:15 Uhr: Diskussion zur Netzpolitik in der Schweiz

Folgende Traktanden sind für die Mitgliederversammlung vorgesehen:

  • Wahlen: StimmenzählerIn, ProtokollführerIn
  • Jahresbericht des Präsidenten
  • Kassenbericht des Kassiers
  • Bericht der Revisorin und des Revisors
  • Abnahme der Jahresrechnung und des Revisionsberichtes
  • Wahlen: Vorstand, KassierIn, PräsidentIn, RechnungsrevisorInnen

In der anschliessenden Diskussion werden wir über die verschiedenen netzpolitischen Themen in der Schweiz und unsere Schwerpunkte 2019 diskutieren.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.


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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Schweiz erhält gesetzlich festgeschriebene Netzneutralität]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13174 2019-03-23T18:40:24Z 2019-03-08T15:51:53Z
«NetNeutrality» –
Mullana, CC BY-NC-SA 4.0

Seit über fünf Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Netzneutralität. Nun hat das Parlament einer entsprechenden gesetzlichen Regelung zugestimmt. Auch wenn das Gesetz im Detail noch hätte strenger sein können, so erhält die Schweiz dennoch eine klar festgeschriebene Netzneutralität.

Was im Oktober 2013 mit einer Arbeitsgruppe ihren Anfang genommen hatte, findet nun ein Ende: In dieser Woche hat zuerst der Nationalrat und gestern auch der Ständerat einer gesetzlich festgeschriebenen Netzneutralität zugestimmt. Damit erhält die Schweiz eine Regelung für die Netzneutralität, die über die Bestimmungen in der EU hinausgehen. So wird auch Zero-Rating (wirtschaftliche Diskriminierung) klar unzulässig sein. Konkret ist mit der aktuellen Revision des Fernmeldegesetzes folgender Artikel hinzugefügt und nun beschlossen worden:

Art. 12e Offenes Internet

  • Abs. 1) Die Anbieterinnen von Zugang zum Internet übertragen Informationen, ohne dabei zwischen Sendern, Empfängern, Inhalten, Diensten, Diensteklassen, Protokollen, Anwendungen, Programmen oder Endgeräten technisch oder wirtschaftlich zu unterscheiden.
  • Abs. 2) Sie dürfen Informationen unterschiedlich übertragen, wenn dies erforderlich ist, um:
    • a.) eine gesetzliche Vorschrift oder einen Gerichtsentscheid zu befolgen;
    • b.) die Integrität oder Sicherheit des Netzes, der über dieses Netz erbrachten Dienste oder der angeschlossenen Endgeräte zu gewährleisten;
    • c.) einer ausdrücklichen Aufforderung der Kundin oder des Kunden nachzukommen; oder
    • d.) vorübergehende und aussergewöhnliche Netzwerküberlastungen zu bekämpfen. Dabei sind gleiche Arten von Datenverkehr gleich zu behandeln.

Ähnlich wie in der EU ist eine Ausnahme für sogenannte Spezialdienste vorgesehen:

  • Abs. 2bis) Sie dürfen neben dem Zugang zum Internet über denselben Anschluss andere Dienste anbieten, die für bestimmte Inhalte, Anwendungen oder Dienste optimiert sein müssen, um die Qualitätsanforderungen der Kundinnen und Kunden zu erfüllen. Die anderen Dienste dürfen nicht als Ersatz für Internetzugangsdienste nutzbar sein oder angeboten werden, und sie dürfen nicht die Qualität der Internetzugangsdienste verschlechtern.

Die Definition, wonach Spezialdienste nicht als «Ersatz für Internetzugangsdienste» nutzbar sein dürfen, ist technisch nicht ganz zutreffend. Für die Netzneutralität wichtiger wäre, dass diese nicht als Ersatz für Dienste angeboten werden dürfen, die auch über das offene Internet erreichbar sind.

Entsprechend definiert auch der Zusatzbericht (PDF) zu den parlamentarischen Beratungen des BAKOM vom 11. Februar 2019 Spezialdienste als eigene Dienste, die von den Anschlussbetreibern angeboten werden, wie z.B. «eigene TV-Dienste» und «hochwertige Sprachtelefoniedienste», «welche Qualitätsanforderungen an die Übertragung im Netz stellen, die im Internet nicht garantiert werden können».

Spezialdienste werden also dort zulässig sein, wo dies für eigene Anwendungen aufgrund speziell hoher Qualitätsanforderungen zwingend nötig ist. Nicht nötig sind Spezialdienste demgegenüber dort, wo eine normale oder sogar besonders langsame Datenübertragung ausreicht, beispielsweise wenn eine schlechte Datenübertragung durch Pufferung oder andere technische Massnahmen kompensiert werden kann. Falls eine Anwendung, wie das Internet of Things, nur wenige Daten langsam überträgt, können entsprechend Internetabos angeboten werden, die nur wenig Datenvolumen und/oder Bandbreite beinhalten.

Die vom Bundesrat ursprünglich vorgesehene Transparenzpflicht hat es zum Schluss auch noch in das Gesetz geschafft, obwohl sie durch die vorangestellten Abschnitte überflüssig geworden ist:

  • Abs. 3) Behandeln sie Informationen bei der Übertragung technisch oder wirtschaftlich unterschiedlich, so müssen sie die Kundinnen und Kunden sowie öffentlich darüber informieren.

Das Geschäft geht nun wegen noch bestehender Differenzen in anderen Artikeln zurück in den Nationalrat. Bei der Netzneutralität dürften sich aber keine Änderungen mehr ergeben.


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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Allianz für ein faires Urheberrecht in der Schweiz]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13153 2019-03-06T10:48:47Z 2019-03-06T10:31:24Z Vor drei Wochen hat die zuständige Ständeratskommission überraschend ein Leistungsschutzrecht beschlossen. Nun hat sich eine Allianz für ein faires Urheberrecht in der Schweiz zusammengefunden. Gemeinsam wehrt sich das Bündnis, dass das Wesen des Internets zerstört wird:

«Das Internet ist der wichtigste Kommunikationsraum für uns alle geworden.

  • Wir verlinken und kommentieren.
  • Wir finden und erstellen Inhalte und Memes und teilen sie mit anderen.
  • Wir fotografieren und möchten, dass unsere Fotos gesehen und geteilt werden können.
  • Wir machen Videos und schreiben Beiträge.

Das alles macht die Art und Weise aus, wie wir heute miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Damit soll nun Schluss sein?»

Die Digitale Gesellschaft ist Teil der Allianz. Gemeinsam rufen wir dazu auf:

  • Die eigenen StänderätInnen anzuschreiben und sich gegen das Leistungsschutzrecht auszusprechen.
  • Am 12. März im Rahmen des #NoSharingDay keine Links auf journalistische Inhalte zu teilen.
  • Am 23. März an der internationalen #SaveYourInternet Demo in Zürich teilzunehmen.

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Kire http://www.kire.ch <![CDATA[Open Education Hackdays]]> https://www.digitale-gesellschaft.ch/?p=13119 2019-03-04T13:30:56Z 2019-03-04T13:26:05Z

Am 22. und 23. März 2019 finden in Zuoz die ersten Open Education Hackdays statt. Dieses Digitale Lernlabor ist durch das Bedürfnis entstanden, die innovativen Kräfte und Kapazitäten von Schulen auf eine offene und demokratische Art zu fördern. Bottom-up sollen neue Initiativen für die digitale Transformation der Schule – gemeinsam von Schülern, Entwicklerinnen, Lehrern, Designerinnen, EdTech Unternehmer und Schulleiterinnen – erarbeitet werden.

Eine der Ideen, die an den Hackdays umgesetzt werden, wurde am KarlDigital Workshop zur «Digitalisierung in der Bildung» der Digitalen Gesellschaft entwickelt: «1-1 Training for Teenagers» beabsichtigt einen Algorithmus zu entwickeln, um die optimalen Mentorinnen für Schüler zu ermitteln.

Weitere beispielhafte Projekte sind:

Die Open Education Hackdays werden von Opendata.ch organisiert. Die Teilnahme ist gratis, und Transport, Kost sowie Logis werden offeriert.


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