Reto Schneider ist zu 100% als Embedded Softwareentwickler angestellt und in mehreren Vereinen aktiv. Zur Digitalen Gesellschaft ist er gestossen, bevor sie als Verein gegründet wurde. Er war die ersten sechs Jahre Vorstandsmitglied und befürwortete die Einrichtung einer bezahlten Geschäftsstelle. Als sich seine Lebensumstände änderten, musste er das Amt niederlegen. Heute hilft er bei Bedarf bei der Infrastruktur aus. Als lebenslanges Mitglied und gelegentlicher Grossspender ist er vom neuen Lohnspendenprogramm begeistert. Wir haben ihn nach den Gründen gefragt.
Du hast die Entwicklung der Digitalen Gesellschaft vom losen Zusammenschluss hin zur grössten Schweizer Mitgliederorganisation der digitalen Zivilgesellschaft miterlebt. Kannst du deine Erfahrungen kurz schildern?
Ursprünglich als Koordinationsplattform für die zahlreichen netzpolitisch aktiven Vereine in der Deutschschweiz gestartet, waren die Herbst- und Frühlingstreffen im Kulturzentrum Bremgarten für mich immer ein Highlight. Den Austausch mit den Aktivist:innen empfand ich als überaus inspirierend. Als sich dann abzeichnete, dass beispielsweise für Klagen gegen die Massenüberwachungen eine eigenständige Organisation hilfreich wäre, habe ich in den ersten Gründungsjahren der Digitalen Gesellschaft mitgeholfen. Dies war eine intensive, aber sehr interessante Zeit. Als sich dann meine Lebensumstände änderten, trat ich vom Vorstand zurück und verfolge seither die Entwicklungen erfreut, aber von der Seitenlinie.
Du unterstützest die Digitale Gesellschaft nach wie vor auch als aktives Mitglied…
Die Zeiten, als ich wöchentlich in abendfüllenden Meetings teilgenommen habe, sind definitiv vorbei. Heute bin ich bei Anlässen als regulärer Besucher dabei und helfe sporadisch bei den Servern aus.
Du hast bereits 2016 eine lebenslange Mitgliedschaft eingelöst, hast also heuer das zehnjährige Jubiläum. Gratuliere, und danke für deine Treue! In der Vergangenheit hast du zusätzlich immer wieder namhafte Spendenbeiträge an die Digitale Gesellschaft überwiesen. Warum?
Die Digitale Gesellschaft hat seit jeher mit wenig Geld viel erreicht. Ich wünsche mir, dass sie weiterhin erfolgreich ist und sowohl den Freiwilligen als auch den Angestellten den Raum gibt, nachhaltig Wirkung zu entfalten. Gerne trage ich daher mit gelegentlichen Spenden zum Erfolg bei.
Bis Anfang der 2030er-Jahre wollen wir unsere Geschäftsstelle stark vergrössern, um das Engagement unserer Aktiven besser koordinieren und stärken zu können. Einige Stellenprozente sind bereits aufgebaut worden bzw. werden dieses Jahr umgesetzt. Als wie wichtig erachtest du dieses Wachstum aus Mitglieder- und Aktiven-Sicht und warum?
Je mehr Menschen freiwillig und tendenziell in einem niedrigen Pensum mitmachen, umso wichtiger ist es, dass bezahlte Arbeitskräfte die undankbaren, aber notwendigen Aufgaben übernehmen. Beispielsweise eine gewisse Konstanz gewährleisten, zu Bürozeiten ansprechbar sein, rechtliche Abklärungen tätigen und Infrastruktur aufrecht erhalten. Freiwillige werden somit nicht mit administrativen Aufgaben überhäuft, für die sie neben Arbeit und Familie kaum Zeit haben.
Auf der Einnahmenseite haben wir in den ersten Umsetzungsjahren unserer Organisationsentwicklung stark und erfolgreich auf Institutionsförderungen gesetzt, in den nächsten zwei Jahren wollen wir uns stärker auf die Mitglieder- und Einzelspenden konzentrieren. Zurzeit führen wir konkret mit den Lohnspenden eine neue Kategorie ein, von der Du begeistert bist…
Die Idee finde ich bestechend: Die Vorstellung, der Digitalen Gesellschaft statt der eigenen Zeit etwas «Geschäftsstellenzeit» zu spenden, hat Charme. Zumal ich die Geschäftsstelle als Multiplikator betrachte. Das Geld scheint mir daher gut investiert.
Keine Zeit für Engagement?
Wie viele Stunden würdest du gern in digitale Freiheitsrechte investieren? Eine Arbeitsstunde in der Geschäftsstelle kostet 80 Franken.
Im folgenden Anmeldeformular kannst du die Stundenanzahl angeben, entscheiden, mit welcher Häufigkeit du diese Stunden zahlen willst, und sehen, wie viel dies dich pro Jahr insgesamt kostet.
Mit dem Absenden verpflichtest du dich zur Zahlung der genannten Lohnspendensumme im laufenden Jahr. Im Oktober kommen wir wieder auf dich zu und fragen dich, ob du das Angebot fürs nächste Jahr aufrechterhalten, verändern oder beenden willst. Weitere Infos folgen per Mail.
