1. Zürcher Dark Night

Zürich, Hauptbahnhof von Eduard Spelterini [Public domain], via Wikimedia Commons

Züricher Hauptbahnhof von E. Spelterini, Public domain

Diesen Freitag, den 9. Dezember, lädt der Chaos Computer Club ZH im Zentrum Karl der Grosse in Zürich zur «1. Zürcher Dark Night». In zwei Workshop-Runden mit insgesamt acht Veranstaltungen wird gehackt, programmiert und die Freude an der Technik und der Netzpolitik vermittelt.

Wenn während der ersten «Dark Night» im Karl der Grosse neuste Hardware auf digitale Softskills trifft, vernetzen wir uns mit zukünftigen anonymen Freunden, lernen Programmierbasics, schützen unsere Rechner vor fremden Zugriffen, schauen Hackern über die Schulter, blicken hinter die Kulissen der internationalen Datapolitics, bauen Handys auseinander, lesen in geleakten Datensätzen, steuern durch das Dark Net und alternative Netzwerke und üben uns in digitaler Selbstermächtigung. Das Netz gehört – jetzt ab sofort – uns.

Unter diesem Motto finden Workshops zu vielen spannenden Themen statt. Das Spektrum reicht von 3D Drucker & Lasercutter über die Frage was weiss mein Provider über mich zu AI-Programmierung bis zu journalistischen Themen wie etwa das Lesen von Leaks im Datenjournalismus.

Auch die Digitale Gesellschaft wird am Freitag mit dem Vortrag «Wie funktionieren Netzsperren?» vertreten sein.

Alle Workshops und detaillierte Informationen gibt es in der Programmübersicht. Empfehlenswert ist es, das eigene Notebook mitzubringen!

Los geht es diesen Freitag, den 9. Dezember, ab 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei und wie man am besten ins Karl der Grosse an der Kirchgasse 14 in 8001 in Zürich kommt, wird hier beschrieben.

6. Dezember 2016 Pascal K.

eVoting in der Schweiz:
Position der Digitalen Gesellschaft

Chess on a voting machine

Chess on a voting machine
(Bild: Colm MacCárthaigh, CC BY-NC 2.0)

Auf unseren letzten Artikel zu eVoting in der Schweiz «Universelle Verifizierbarkeit und Open Source Software bleiben Wünsche» hat es einige Reaktionen und seither auch einige Entwicklungen gegeben.

So soll das Genfer System «CHvote» bis Ende 2019 komplett unter der Affero GPL Lizenz veröffentlicht werden. Die ersten, bis Ende 2016 versprochenen Veröffentlichungen, stehen jedoch weiterhin noch nicht zur Verfügung.

Auf das System aus Genf setzen nebst dem Entwickler-Kanton auch Basel-Stadt, Bern, Luzern, St. Gallen und neu auch der Kanton Aargau. Mit der Post (und dem System des spanischen Anbieters Scytl) arbeiten die Kantone Freiburg und Neuenburg. Zum aktuellen System der Post wurden mittlerweile einige Dokumente veröffentlicht. Diese zeigen insbesondere die Komplexität der heutigen Systeme auf.

Wie wichtig nachvollziehbare Wahlen sind, zeigt aktuell die teilweise Neuauszählung der Präsidentschaftswahlen in den USA: Weil die Wahlcomputer in drei Bundesstaaten manipuliert gewesen sein könnten, müssen die Stimmen neu gezählt werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn es vom elektronischen Stimmzettel eine Kopie auf Papier gibt.

Eine Möglichkeit zur Nachzählung kennen die in der Schweiz eingesetzten eVoting-Systeme nicht. Die zukünftigen universell (durchgängig) verifizierbaren Systeme sollen dies ermöglichen. Nach Einschätzung der Digitalen Gesellschaft ist dies jedoch nicht praktikabel. Im folgenden ist unsere Position zu eVoting dokumentiert.

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5. Dezember 2016 Kire

Workshops zur digitalen Selbstverteidigung

Die Swiss Privacy Foundation hat seit 2010 über dreissig mal Worskhops zur digitalen Selbstverteidigung in verschiedenen Städten und an mehreren Hochschulen durchgeführt. In diesem Jahr hat die Digitale Gesellschaft mit der Swiss Privacy Foundation fusioniert. Nun stehen die aktualisierten Workshops wieder zur Verfügung:

Die Workshops wurden im Rahmen des Kurses «So ziehe ich Informanten an – Vertrauen aufbauen, Quellen schützen» der Schweizer Journalistenschule MAZ neu konzipiert. Eine Durchführung ist für 2017 wieder vorgesehen.

3. Dezember 2016 Kire

Messenger-Vergleich, Urteil Vorratsdatenspeicherung & Straffreiheit im Internet

Newsletter

Das «Update» ist der monatliche Newsletter der Digitalen Gesellschaft.

Die Themen der Novemberausgabe sind:

  • WhatsApp, E-Mail, SMS & Co. auf Sicherheit und Nachhaltigkeit bewertet
  • Vorratsdatenspeicherung: Bundesverwaltungsgericht fällt mutloses Urteil
  • Medienkritik: Straffreiheit für Cyberkriminelle?

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23. November 2016 Kire

Bundesverwaltungsgericht anerkennt schweren Eingriff in die Grundrechte

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerde der Digitalen Gesellschaft gegen die Vorratsdatenspeicherung in der Schweiz abgewiesen (Medienmitteilung im PDF). Das Gericht anerkennt zwar einen schweren Eingriff in die Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre. Bei der Prüfung der Rechtmässigkeit der Vorratsdatenspeicherung blendet das Gericht aber wesentliche Aspekte aus. Es übergeht insbesondere, dass nicht zu rechtfertigen ist, die Vorratsdaten der gesamten Bevölkerung zu sammeln. Die meisten Menschen in der Schweiz haben dazu nie einen Anlass gegeben und werden trotzdem rund um die Uhr überwacht.

bvger_vds_urteil
Mit der Vorratsdatenspeicherung wird von allen Menschen in der Schweiz für sechs Monate gespeichert, wann, mit wem, wie und wo sie kommuniziert haben. Für jede Person in der Schweiz wird anlasslos und verdachtsunabhängig ein detailliertes Profil erstellt. Die Überwachung betrifft ausnahmslos alle Menschen und nimmt auch keine Rücksicht auf das Anwaltsgeheimnis, das Arztgeheimnis und den Quellenschutz von Journalisten. Jede Person in der Schweiz steht unter Verdacht.

Für die Digitale Gesellschaft erhoben sechs betroffene Personen, unter anderem Nationalrat Balthasar Glättli und zwei Journalisten, Beschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung in der Schweiz. Die Digitale Gesellschaft sieht in dieser Massenüberwachung einen schweren und unzulässigen Eingriff in die Menschenrechte. So verletzt die Vorratsdatenspeicherung insbesondere die Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre.

In zahlreichen europäischen Ländern und in der Europäischen Union haben die höchsten Gerichte die Vorratsdatenspeicherung mit Verweis auf die Menschenrechte für unzulässig erklärt. Das Bundesverwaltungsgericht hingegen hält die Vorratsdatenspeicherung mit Verweis auf schweizerisches Überwachungsrecht für zulässig. Immerhin anerkennt das Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich, dass die Vorratsdatenspeicherung einen schweren Eingriff in die Grundrechte auf informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre darstellt.

15. November 2016 Simon

Nachrichtendienstgesetz:
Unter 40-Jährige stimmten Nein

In dieser Woche wurde die VOTO-Studie zur Abstimmung über das neue Nachrichtendienstgesetz NDG (ehemals VOX-Analyse) veröffentlicht. Die Nachbefragung bringt einige Erkenntnisse zu Tage.

So wurde das Gesetz von den 18- bis 39-Jährigen abgelehnt. Jedoch nicht deutlich genug, um auf das Schlussresultat einen Einfluss zu haben. Auch bei der «Generation Fichenskandal» (50 bis 59 Jahre) ist die Ablehnung wieder grösser als bei bei den 40- bis 49-Jährigen.

Tatsächlich spannend ist, dass 32% der Ja-Stimmenden der Meinung sind, dass die Schweiz bereits ohne NDG über die nötigen rechtlichen Mittel zur Bekämpfung von Terrorismus besitzt und 45% zudem, dass mit dem neuen Gesetz auch Massenüberwachung ohne klare Verdachtsmomente möglich sind. Trotzdem bezogen 71% ihre Ja-Stimme «auf die aktuelle Sicherheitslage, sei es explizit (z.B. „Die Welt ist nicht mehr sicher“) oder implizit, indem sie betonten, dass es auf jeden Fall ein neues, verschärftes Nachrichtendienstgesetz bräuchte».

Bei den Gegnern des Gesetztes sind erstaunlicherweise nur 68% der Meinung, dass mit dem NDG auch verdachtsunabhängige Massenüberwachung möglich wird. Was erklären könnte, dass 28% der Nein-Stimmenden das Gesetz mit den Grundrechten im Einklang sehen.

NDG-Stimmverhalten Kontra-Argumente

13. November 2016 Kire

WhatsApp, E-Mail, SMS & Co. auf Sicherheit und Nachhaltigkeit bewertet

Mit der Inkraftsetzung neuer Überwachungsgesetze und der Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook ist die Wahl des «richtigen» Messengers für viele ein Thema. Auch Journalisten sorgen sich um den Quellenschutz und ihre Informantinnen. Die Digitale Gesellschaft hat daher gängige und unbekanntere Programme auf Sicherheit und Nachhaltigkeit bewertet und auch mit herkömmlichen Diensten, wie z.B. der Briefpost, verglichen.

Die Liste von Kommunikationsprogrammen resp. Diensten ist lang. Eine Auswahl schwierig. Meist wird daher der Dienst zur eigenen Gewohnheit übernommen, welcher auch das persönliche Umfeld am häufigsten benutzt. Die Unterschiede sind jedoch gross, so dass sich eine genauere Betrachtung lohnt.

Messenger Bewertung

Ein wichtiges Kriterium ist die Sicherheit. Persönliche Kommunikation sollte angemessen geschützt sein. Sie geht weder den Anbieter noch die Geheimdienste etwas an. Daher haben seit den Snowden-Veröffentlichungen auch grosse Anbieter wie WhatsApp Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Nachrichten eingeführt. Neben der Privatsphäre gibt es jedoch noch weitere wichtige Aspekte, wie Nachhaltigkeit, Metadaten- & Vorratsdatenspeicherung (aus Schweizer Perspektive) sowie Benutzerfreundlichkeit.

Die Digitale Gesellschaft hat die gängigsten Kommunikationsprogramme verglichen. Sie sollen entweder bereits von vielen Personen benutzt werden und auf den verbreitetsten Plattformen zur Verfügung stehen – oder eine noch unbekanntere, vielversprechende «Alternative» darstellen. In den Vergleich mit aufgenommen wurden auch seit Jahren gebräuchliche Dienste, wie die «gute alte» Briefpost und das Festnetztelefon, sowie speziell für die Sicherheit gebaute, sogenannte Crypto-Handys.

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7. November 2016 Kire

Palaver: Meine Daten gehören mir?

Am kommenden Montag 24. Oktober, zwischen 18 und 20 Uhr, findet im Staatsarchiv Luzern die eine Diskussionsrunde zum Thema Big Data statt: «Palaver: Meine Daten gehören mir?»

Das Format «Palaver» besteht aus einer kurzen Einführung durch eine Referentin, in diesem Fall Rahel Estermann, sowie einer daran anschliessenden, offenen Diskussionsrunde. Die Anlässe stehen jeweils allen Interessierten offen, egal ob Mitglied der Grünen oder nicht.

Flyer, Seite 1

Quelle: Grüne Luzern

23. Oktober 2016 Reto

Update Oktober 2016 – AGUR12.2, Abstimmung NDG, Flugpassagierdaten für den NDB

Newsletter

Das «Update» ist der monatliche Newsletter der Digitalen Gesellschaft.

Die Themen der Oktoberausgabe sind:

  • Revision Urheberrechtsgesetz – AGUR12 erneut auf Abwegen
  • Abstimmung: Nachrichtendienstgesetz
  • Flugpassagierdaten für den Schweizer Geheimdienst

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20. Oktober 2016 Kire

Nachrichtendienst des Bundes soll (weiterhin) Zugang zu Flugpassagierdaten erhalten

Bis anhin wenig beachtet, kennt auch die Schweiz eine Meldepflicht für Flugpassagierdaten für Flüge aus «meldepflichtigen Abflugorten». Die Liste umfasst aktuell 13 Abflugorte und soll um 5 weitere ergänzt werden. Eine dünne Rechtsgrundlage findet sich im Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG). Eine Weiterleitung dieser Daten an den Nachrichtendienst des Bundes erfolgt seit 2011 gestützt «auf einer Liste der zu meldenden Vorgänge» des Bundesrates. Nachdem die Aufsichtsorgane der eidgenössischen Räte ebenfalls festgestellt hatten, dass nicht nur Daten über ausländische Personen bearbeitet werden, sondern auch Schweizer Bürger betroffen sind, soll nun eine Rechtsgrundlage folgen. Zur Vernehmlassung nimmt die Digitale Gesellschaft wie folgt Stellung.

Dem Jahresbericht 2015 der Geschäftsprüfungskommissionen und der Geschäftsprüfungsdelegation der eidgenössischen Räte kann entnommen werden, dass seit 2011 die vom Nachrichtendienst des Bundes bearbeiteten API-Daten (Advance Passenger Information) von 8’139 in den folgenden drei Jahren auf über 1,5 Millionen hochgeschnellt sind. Dieser markante Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass der NDB illegal auch Daten von Schweizer Bürgern bearbeitet. Und dies obwohl der Bundesrat nur die Weiterleitung von Informationen über Staatsangehörige des Landes, aus welchem der Flug erfolgt, genehmigt hat.

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13. Oktober 2016 Kire

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