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Internationales Moratorium für Massenüberwachung per Gesichtserkennung

Public Voice hat eine Petition für ein internationales Moratorium der Gesichtserkennung zur Massenüberwachung lanciert. Die Petition kann von Individuen und Organisationen unterschrieben werden.

Die non-profit Organisation Public Voice ruft mit einer Petition zum internationalen Moratorium der Gesichtserkennung in Massenüberwachung auf. Renommierte Technologie-Aktivisten und Blogger, wie Bruce Schneier, haben bereits unterschrieben. Er schreibt in seinem Blog:

„You can sign on as an individual or an organization. I did. You should as well. No, I don’t think that countries will magically adopt this moratorium. But it’s important for us all to register our dissent.“

Auch die Digitale Gesellschaft hat diesen Aufruf als Organisation unterzeichnet. Wir alle können unsere eigene Stimme noch hinzufügen, um unseren Unwillen öffentlich zu deklarieren.

Nebst den schlagzeilenfüllenden Berichten zum flächendeckenden Einsatz von Gesichtserkennung an den Freiheits-Demonstrationen in Hong Kong, hat auch die Schweiz ein immer wachsendes Angebot an Einsätzen von Gesichtserkennung, wie zum Beispiel die unbedienten Migrolino Geschäfte, die so die Kassa-Abrechnung erledigen, oder Banking-Apps, die sich für die Kundenidentifikation den Algorithmen bedienen.

«Sicherheitskameras» befinden sich auch in der eigentlich beschaulichen Schweiz schon an den meisten öffentlichen Plätzen, um bei etwaigen Polizeifällen mit Videodaten zur Unterstützung bereit zu stehen. Ob und wieviele davon flächendeckend Gesichtsidentifikation im Einsatz haben, ist nicht bekannt.

Die technischen Möglichkeiten und die Erkennungsleistung entwickeln sich rasant. Mit einem Moratorium der Massendatensammlung durch Gesichtserkennung kann der Vielfalt der Anwender und Einsätze einen Riegel geschoben werden.

The Public Voice

Die Koalition wurde 1996 vom Electronic Privacy Information Center (EPIC) ins Leben gerufen, um die öffentliche Partizipation an Entscheiden betreffend der Zukunft des Internets zu fördern. The Public Voice hat Themen von Privatsphäre zu Meinungsfreiheit bis Konsumentenschutz oder Internet-Aufsicht bearbeitet. Durch Konferenzen, Berichte und Reisekostenstipendien strebt sie an, die Präsenz von non-profit Organsationen an Treffen global zu steigern. In Kooperation mit ICDPPC, der OECD, UNESCO und anderen internationalen Organisationen, bringt The Public Voice zivilgesellschaftliche Führungskräfte mit amtierenden Regierungsbeauftragten für den konstruktiven Diskurs zur aktuellen Politik zusammen.

Bruce Schneier

Bruce Schneier ist ein international anerkannter Sicherheitstechniker und Autor. Die Zeitschrift The Economist bezeichnet ihn als „Security Guru“.